Angefangen hat es auch bei ihr mit dem klassischen Occhi. Seit 1950 war sie aktive Occhiannerin. Aber dabei sollte es nicht bleiben. Ob bei der Handarbeit, der täglichen Arbeit im Haushalt oder auch im Beruf, jeder möchte kreativ sein. Auch bei Helma Siepmann war diese geheime Sehnsucht eine starke Triebfeder. Das Nacharbeiten klassischer Occhimuster wurde von ihr ergänzt und schließlich ersetzt durch neue gestalt- erische Ideen. 1987 war es, als KREATIVES OCCHI durch ihren Einfallsreichtum geboren wurde.
Sie entwickelte aus dem klassischen Occhi heraus den Kreativknoten und die Knüpf-elemente Ösenring, überhäkelter Ösenring, zusammengefaßter Ösenring und Ösensteg, mit denen sich spielerisch alle Naturformen erarbeiten lassen; außerdem die Arbeitsweise mit drei Schiffchen. Damit gibt sie jedem das Werkzeug zur Entfaltung der eigenen Kreativität in die Hand.

Lassen wir sie selber zu Wort kommen:

Während man früher, d.h. beim klassischen Occhi, gewohnt war, nach genauer Arbeitsanleitung ein Musterrapport zum nächsten zu setzen und somit fortlaufende Spitzenmuster in synthetischer Art herzustellen, aus Knoten für Knoten, Ring für Ring, Bogen für Bogen, genau nach Vorgabe, arbeitet man beim KREATIVEN OCCHI fantasievoll - ohne genaue Anleitung - eben kreativ, eigenschöpferisch.

Es kommt auch nicht darauf an, die Naturformen getreu nach zugestalten. Es ergibt sich vielmehr von selbst, dass man das Wesen einer Pflanze oder eines Baumes darstellt. Somit ist gegeben, dass jeder seinen eigenen Weg , d.h. seine Vorliebe finden und praktizieren kann.

Man erarbeitet frei formend - praktisch im Spiel - alle nur möglichen Natur- erscheinungen wie Blüten, Blätter, blühende Stauden, Bäume, usw. letztendlich bis hin zu ganzen Landschaften.  Die endgültige Gestalt finden die so spielerisch und flexibel geknüpften Naturformen dann durch die Fixierung wie z. B. Kleben

Dabei ist es eine Freude, nicht nur dieses freie Spiel mit den Knüpfelementen zu durchleben, sondern auch, mit allen nur denkbaren Garnmaterialen und Farben arbeiten zu können, z.B. mit Stick- und Häkelgarn oder mit dünnem, mehrfach aufs Schiffchen gewickeltem Näh-, Lurex- oder Spitzengarn.

Mit diesem Ansatz hat Helma Siepmann der Occhi Handarbeit zu ganz neuen Formen und einem eigenen Design verholfen. Zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Bücher, Anleitungen, Medienauftritte und Kurse in Deutschland, der Schweiz, USA und Japan haben sie weltweit als Erfinderin des KREATIVEN OCCHI bekannt gemacht.

 

Helma Siepmann